Frank-Walter Steinmeier beklagt, dass die PEGIDA-Demonstrationen dem Ansehen Deutschlands in der Welt schadeten. Das mag wohl sein. Ganz ehrlich: Ich finde sie nicht nur beschämend, sondern auch beängstigend. Nun ist das in einer Demokartie nun mal so eine Sache: Das Demonstrationsrecht gilt für alle. Da müssen wir durch. Auch Frank-Walter muss da tatenlos zuschauen.

Aber anderweitig hätte er Schaden von unserem Land abwenden können, nein müssen: Denn heute flog unser Ex-Bundespräsident Christian Wulff zu den Trauerfeierlichkeiten für den am Freitag verstorbenen saudischen König nach Riad. Nicht nur mit Wissen, sondern mit ausdrücklicher Zustimmung unseres Außenministers. Das schadet dem Ansehen Deutschlands ebenso wie PEGIDA.

Denn ich finde das unangemessen. Ein waschechter, Menschenrechte verachtender Diktator wie König Abdulla hat auch Rechte. Ein möchtegern korrupter Ex-Präsident reicht da nicht als Traueronkel. Ich gebe zu: In derselben Liga wie der König haben wir nichts zu bieten. Denn in Deutschland werden seit einigen Jahren die Menschenrechte nicht mehr so offensichtlich mißachtet und Frauen dürfen hierzulande nicht nur Autos lenken, sondern auch wählen und gewählt werden.

Wenn aber schon Ex-Politiker wiederaufbereitet werden sollen, dann wäre meine erste Wahl Dirk Niebel. Immerhin hätte er den Saudis zwischen Beileidsbekundung und Häppchen noch den einen oder anderen Panzer verbimmelt. So aber muss ich feststellen: Außer Spesen nichts gewesen.